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Community Medien und Europapolitik


Workshop und Podiumsdiskussion

12.-14. März 2008, Halle (Saale)

Veranstalter: medien ost e.V., mit Unterstützung von: Staatskanzlei Sachsen-Anhalt, Aktion Mensch (dieGesellschafter.de)


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Der medien ost e.V. lädt ein zu einem Austausch über den europapolitischen Status von Community Media, der vom 12.-14. März in Halle stattfinden wird. Angesichts des aktuell großen Interesses im Europäischen Parlament und im Europarat an zugangsoffenen nichtkommerziellen Rundfunkmedien diskutieren Politikerinnen und Politiker, Vertretinnen und Vertreter von Communiy Media-Verbänden, europäischen, nationalen und regionalen Organisationen mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern über Leistungen und Perspektiven des dritten Sektors des Mediensystems in der Bundesrepublik Deutschland und in Europa insgesamt. Workshopsprache ist Englisch, die Podiumsveranstaltung ist deutschsprachig.

Neben den öffentlich-rechtlichen und den privat-kommerziellen Rundfunkanbietern spielen in fast allen europäischen Ländern private, nichtkommerzielle bzw. Nonprofit-Medien eine zunehmend wichtige Rolle: Sie bieten Zugang für gesellschaftliche Minderheiten und lokale Communities, für Experimentelles und Ungewohntes. Sie fördern den interkulturellen und grenzüberschreitenden Dialog, die regionale Identität oder auch den politischen Diskurs über die Gegenwart und Zukunft unserer Gesellschaft. In Europa arbeiten tausende Community Medien mit einer sechstelligen Zahl von in der Regel freiwilligen, unbezahlten Aktiven. Community Medien meinen hier vor allem Hörfunk und Fernsehen, wobei zahlreiche Initiativen zugleich - und manche mangels Zugang zu Rundfunkfrequenzen auch ausschließlich - im Internet tätig sind. In der Bundesrepublik Deutschland umfasst der Bereich der Community Medien vor allem die nichtkommerziellen lokalen Radios (NKL) und Offenen Kanäle. Beide Veranstaltungsformen sind in Sachsen-Anhalt zugelassen und auf Sendung (2 NKL, 8 OK Fernsehen).

Die Motive und Ausrichtung der Community-bezogenen, nichtkommerziellen Hördunk- und Fernsehveranstalter ist regional, national wie auch erst recht international höchst unterschiedlich. Gemeinsam ist ihnen aber ein relativ offener Zugang, ein hohes Maß an Partizipation und Mitbestimmung, die Offenheit für Minderheitenthemen und -formate sowie ein hohes Maß an freiwilligem bürgerschaftlichem Engagement. In den politischen Institutionen der EU und im Europarat fristeten Community Medien bisher meist nur ein Schattendasein. Und dies, obwohl die regionale und nationale Kultur- und Medienpolitik sich in vielen Aspekten zunehmend an gesamteuropäischen Vorgaben ausrichtet. In den letzten zwei Jahren jedoch sind eine Reihe von Aktivitäten und Berichten vor allem im Europarat und im Europäischen Parlament zu verfolgen, die darauf gerichtet sind, den politischen und ökonomischen Status dieses 'dritten Rundfunksektors' zu verbessern.

Dabei hat sich ein neues Problem herauskristallisiert: Zwar nimmt das politische Interesse für die Leistungen von Community Medien deutlich zu. Community Medien werden als wichtige Akteure für europäische Zielstellungen eingeordnet - und das mit Blick auf ganz unterschiedliche Aspekte wie zum Beispiel Regionalpolitik/regionale Identität, interkultureller Dialog, publizistische und Meinungsvielfalt, europäische Debatte, Kreativität, allgemeine Medienkompetenz und Medienbildung. Aber das Wissen um die vielfältige Realität europäischer Community Medien ist relativ gering, und die politischen Akteure haben in den vergangenen Jahren mehrere umfangeiche Berichte und Studien in Auftrag gegeben, um sich überhaupt erst einmal einen Überblick über die Situation und die Leistungen des sogenannten dritten Sektors der Rundfunklandschaft zu verschaffen (v.a. die ‚KEA-Studie’ für das Europäische Parlament und eine Studie über Community Medien und soziale Kohäsion für die Media Division des Europarats). Der Workshop soll einen wichtigen Beitrag leisten, den politischen Informationsstand über Community Medien zu verbessern und zugleich vorhandene Verbände und Initiativen wie das Community Media Forum Europe (CMFE) einbinden, die als intermediäre Orgnisationen eine zunehmend wichtige Rolle in der europäischen Medien-, konkret Rundfunkpolitik, spielen und regelmäßig Informationen aus dem Sektor bereitstellen.

International unter dem Begriff ‚Community Media’ zusammengefasst, sind diese Medien vor allem geprägt durch die Tätigkeit von Freiwilligen. Warum und wie engagieren sich Freiwillige in den Medien? Welche Voraussetzungen sind notwendig, um diesem sogenannten dritten Sektor des Rundkunksystems eine erfolgreiche Entwicklung zu ermöglichen? Was leistet er im Ensemble der Medien?

Diese und andere Fragen stehen im Mittelpunkt des europäischen Workshops. Er soll einen Rahmen bieten für den dringend notwendigen grenzüberschreitenden Austausch zwischen Aktiven aus Community Radio- und TV-Stationen und für die Debatte über die Möglichkeiten und Charakteristika von Community Medien. Im Rahmen des Workshops sollen ausgewählte Projekte und Ansätze von Community Medien im Sinne einer ‚Best Practise“ vorgestellt und Anregungen für die Arbeit der OK (Offenen Kanäle) und NKL (Nichtkommerziellen Lokalradios) in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus vermittelt werden. Zugleich sollen wichtige nationale und europapolitische Rahmenbedingungen für Community Medien skizziert und diskutiert werden. Dazu gehört eine Bestandsaufnahme des aktuellen europäischen bzw. europapolitischen Status von Community Medien.

Der Workshop soll VertreterInnen von Verbänden und Initiativen zusammenbringen, die in ihren Ländern und darüber hinaus aktiv für die Belange selbstgestalteter und Community-bezogener Medien (v.a. Rundfunkmedien) eintreten. Dabei sollen Themen im Mittelpunkt stehen wie: Europapolitischer Status von Community Medien, Möglichkeiten der europäischen Kooperation und Koproduktion, Community Medien - Minderheitenmedien?, Community Media und interkultureller Dialog, Community Media und Digitalisierung. Der Workshop soll eine Reihe von Impulsreferaten bieten, aber breiten Raum lassen für den Austausch und das kreative Planen gemeinsamer Aktionen und Projekte. Im Rahmen des Workshops findet ein öffentliches Forum als Podiumsdiskussion statt, zu dem EuropapolitikerInnen, VertreterInnen des Europarates und der Europäischen Kommission eingeladen sind.


Der Workshop und die Dokumentation sind für die folgenden Zielgruppen konzipiert:

  • Freiwillige und beruflich Aktive in den regionalen NKL und OK
  • europäische Community Medien-Initiativen und Veranstalter von nichtkommerziellem privatem Rundfunk ('Bürgerfunk')
  • medienpolitisch Interessierte bzw. Medien- und EuropapolitikerInnen und VertreterInnen europäischer Institutionen


Der Teilnahmebeitrag beträgt 10 € (ohne Verpflegung und Übernachtung).
Anmeldungen über Mail: info(at)medienost.de


 


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