Ausschreibung:

 


Sendereihe „Der unbekannte Osten - Alternativen aus Ost- und Südosteuropa“

Der medien ost e.V. und die Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt bitten um Themenvorschläge und Exposés für eine Hörfunksendereihe zum Thema „Der unbekannte Osten - Alternativen aus Ost- und Südosteuropa“.

In den vergangenen 16 Jahren haben die Länder Ost- und Südosteuropas eine gewaltige Umwälzung aller sozialen Bereiche erlebt. Bei aller Unterschiedlichkeit der Details lassen sich bei der Transformation der ehemals realsozialistisch geprägten Gesellschaften zu marktwirtschaftlich strukturierten Demokratien viele gemeinsame Phänomene beobachten, etwa die zunehmende Kluft zwischen den Generationen, das Wiederaufleben von Nationalismus oder die Renaissance sozialer Ungleichheit. Die Selbstbeschreibungen, erst recht aber die Wahrnehmung in Westeuropa, legen nahe, dass sich politische Entwicklungen in Ost- und Südosteuropa im wesentlichen auf den Konflikt zwischen einem 'reformorientierten, demokratischen Lager' und einem 'rückwärtsgewandten, autoritären' und wahlweise nationalistischen oder auch kommunistischen Lager beziehen lassen. Die Realität ist aber wesentlich komplexer. Kaum öffentlich dargestellt und diskutiert werden die vielfältigen alternativen Ideen und Projekte, die weder eine einfache Adaption der liberalen Marktwirtschaft beinhalten, noch eine Rückkehr zu 'vor-modernen' Diktaturen.

Der medien ost e.V. und die Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt planen eine Sendereihe zum Thema „Der unbekannte Osten -Alternativen aus Ost- und Südosteuropa“. Sie soll mit Blick auf unterschiedliche Länder und Themen der Frage nachgehen, welche alternativen Ideen und Ansätze im Rahmen der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Transformationen entwickelt wurden bzw. auch zu Tragen kamen. Der 'Osten' soll als soziales Laboratorium betrachtet und daraufhin untersucht werden, inwieweit er zukunftsweisende Elemente und interessante Antworten auf die allgemeinen brennenden Fragen unserer Zeit hervorgebracht hat bzw. hervorbringt. Das Projekt ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund der EU-Erweiterung zu sehen, die neuen EU-Mitgliedsländer und weitere Kandidaten sollen besondere Beachtung finden. Themenbereiche könnten sein: Kultur und Medien, Verhältnis der Geschlechter und Generationen, Naturschutz & Ökologie, die Rolle der Familie, Existenzsicherung, sozial Benachteiligte/Menschen mit Handicap, Markt und Staat, politische Partizipation, Flucht & Migration, Jugendkultur und -politik. Die Themenkreise stellen keine Rangfolge dar, die Auswahl soll durch die freiwilligen TeilnehmerInnen mit entschieden werden. Ein wichtiger Teilaspekt bei der Ausswahl der Vorschläge wird die Vergleichbarkeit und Relevanz bezogen auf die Situation und Entwicklung in Ostdeutschland sein.

Ziel des Projektes ist, das Bewusstsein dafür zu fördern, dass viele Probleme und Fragen unserer Zeit einen grenzüberschreitenden Diskurs über die 'Gesellschaft der Zukunft' erfordern. Alternativen Standpunkten und Initiativen in Ländern Ost- und Südosteuropas soll zu mehr Öffentlichkeit verholfen werden, das dort vorhandene kreative Potential, oft von politischen und kulturellen Minderheiten, soll themenbezogen in die Zukunftsdebatte einfließen. Als zusätzliches Ziel soll die Vernetzung von Projekten und Initiativen grenzüberschreitend gefördert werden.

Das Projekt erstreckt sich über sechs Monate, wobei in diesem Zeitraum vier 50 min-Sendungen entstehen sollen, die jeweils einem der oben genannten Themenkreise gewidmet sind. Es sollen immer verschiedene Länder und Aspekte in einer Sendung vorkommen. Akteure aus den Ländern Ost- und Südosteuropas sollen möglichst breit zu Wort kommen. Die Sendungen werden bei Radio CORAX in Halle erstausgestrahlt und via Internet-Programmaustausch (freieradios.net) allen deutschsprachigen nichtkommerziellen Radios zur Verfügung gestellt. Weiterhin werden die Sendungen im Osteuropaarchiv Freier Radios frei zugänglich archiviert (interaudio.org).

Jede Sendung wird mit einem Honorar in Höhe von 500 Euro vergütet. In eingeschränktem Rahmen steht einzusätzliches Budget für notwendige Recherche- und Interviewreisen zur Verfügung. Themenvorschläge und Exposés sind bis zum 5. Mai 2007 zu richten an:

medien ost e.V.

Thomas Kupfer

Unterberg 11

06108 Halle

Möglich ist auch die Zusendung per Mail an: info(at)interaudio.org.

Das Projekt wird gefördert durch die Stiftung AKTION MENSCH, im Rahmen des Programms dieGesellschafter (http://diegesellschafter.de).


   

 


13PIXEL.DE